Ford Focus – Frisch gestylt auf den Golf-Platz


Ford macht den Focus frisch für den verschärften Wettbewerb in der Golfklasse und rückt dem Primus aus Wolfsburg mit seinen eigenen Waffen zu Leibe. Wenn Drei- ¬und Fünftürer sowie der Kombi nach der Modellpflege in den Handel kommen, dann gibt es nur ein frisch geschminktes Gesicht mit neuen Scheinwerfern, eine stärker akzentuierte Flanke und ein modifiziertes Heck mit der Option auf LED¬-Rückleuchten, sondern vor allem ein neues Sparmodell und die erste Doppelkupplung außerhalb des VW-Konzerns. Obwohl ausnahmslos alle Varianten von der Frischzellenkur profitieren und zum Beispiel mit dem Schusselschutz des „Easyfuel“-Systems und bei Notbremsungen blinkenden Rücklichtern bestückt werden, bleiben die Preise unverändert. Nach wie vor steht das Basismodell deshalb künftig für 95 000 Euro beim Händler. Und einige Aufpreise etwa für den 109 PS starken Diesel oder die Ausstattungspakete haben die Kölner sogar um teilweise mehr als 500 Euro gesenkt, rechnet Verkaufschef Jürgen Stackmann vor. Besonders stolz ist Ford auf das grüne Mäntelchen des Focus. Denn als Antwort auf die Blue-Motion-Modelle aus Wolfsburg geht in Köln kurz nach der Markteinführung eine eigene Umwelt-Linie an den Start: Sie trägt den Namen „ECOnetic" und gibt ihren Einstand mit einem Focus, dessen 109 PS starker und serienmäßig gefilterter Diesel nur noch 4,3 Liter verbraucht und auf einen C02-Ausstoß von 115 g/km kommt. Möglich macht das der geringere Luftwiderstand, der durch neue Anbauteile und eine knapp einen Zentimeter tiefere Karosserie auch cW=0,31 gesenkt worden ist. Außerdem gibt es eine sparsamere Servopumpe für die Lenkunterstützung, eine modifizierte Motorsteuerung und ein spezielles Leichtlauföl, dass die innere Reibung des Vierzylinders reduziert. Weil einige Lösungen auch für die anderen Focus¬-Modelle übernommen werden, bleiben künftig alle anderen Versionen des 1,6-Liter¬ Diesels unter 120 Gramm C02/km. Neue Motoren sucht man im neuen Focus allerdings vergebenes: Nach wie vor gibt es den Wagen mit sechs Benzinern und drei Dieseln, die eine Bandbreite von 80 bis 225 PS abdecken und allenfalls im Detail überarbeitet worden sind. Ebenfalls vom Vorgänger übernommen wurden die alternativen Antriebe für Erdgas und Ethanol. Technisches Highlight der Modellpflege allerdings ist deshalb das neue Powershift-Getriebe, mit dem Ford der VW-Idee der Doppelkupplung folgt. Wie bei den Kollegen in Niedersachsen sind die sechs Gänge dort auf zwei Getriebeeinheiten verteilt, zwischen denen die Kupplung hin- und herschaltet. Während der eine Gang aktiviert ist, kann so der nächste schon eingelegt werden. Der Vorteil: man spürt nahezu keine Zugkraftunterbrechung mehr. Außerdem spart man gegenüber einer herkömmlichen Automatik rund zehn Prozent Sprit. Auch innen weht im Focus jetzt ein neuer Wind: Die Materialauswahl ist nun etwas hochwertiger, die Instrumente wurden überarbeitet und schimmern nachts in einem warmen Rot, Musik- und Klimaanlage sind einfacher zu bedienen, und zwischen den Sitzen gibt es - in der Basis nur gegen Aufpreis - eine neue Mittelkonsole: Sie bietet nicht nur eine ausziehbare Armauflage, ein vier Liter großes Staufach und zusätzliche Ablagen für die Hinterbänkler, sondern auf Wunsch auch einen USB¬-Anschluss und als besonders praktische Premiere eine 230-Volt-Steckdose. So kann man sich für iPodk, Laptop oder Spielekonsole endlich den entsprechenden Spannungswandler sparen.