Renault Laguna Grantour strebt Podestplatz an


Mit der dritten Modellgeneration des Laguna hat sich Renault ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Der Mittelklassewagen soll eines der drei besten Autos seiner Klasse werden. Nach der Einführung der Limousine im Oktober, startet am 19. Januar der Kombi Grandtour auf dem deutschen Markt und für Mai kommenden Jahres ist eine GT-Version geplant. Gegenüber seinem Vorgänger wirkt der neue Grandtour wesentlich dynamischer. Die biederen und allzu bekannten Kombizüge sind einer agileren Linienführung gewichen, die sich durch ein ansteigendes Heck auszeichnet. Da gleichzeitig der Ansatz der Motorhaube tief nach unten gezogen wurde und Dachoberkante am Heck leicht abfällt, wirkt der Grandtour wie ein schnittiger Pfeil, was den sportlichen Charakter des Fünftürers unterstreicht. Dabei ist der Grandtour gegenüber der Vorgängerversion sogar um neun Zentimeter in der Länge gewachsen und misst nun 4,843 Meter. Der dadurch gewonnene Platz kommt vor allem der Kniefreiheit der Passagiere auf der Rückbank zugute. Selbst mit längeren Beinen bleibt dort noch genug Platz, um bequem zu sitzen. Ein Manko bietet dabei allerdings der enge Fußraum: Um ein- und aussteigen zu können muss der Fuß zuerst um 90 Grad gedreht werden, damit er nicht zwischen Sitz und Rückbank stecken bleibt. Zugelegt hat auch der Kofferraum, der von 475 auf 548 Liter Ladevolumen gewachsen ist. Bei umgelegten Rücksitzen - wofür dank des „Easybreak“-System nur ein Handgriff nötig ist - stehen sogar knapp 1600 Liter zur Verfügung. Besonders auffällig ist dabei, dass die Kofferraumfläche eben ist und keine Radkästen in den Stauraum hineinragen. Die haben die Ingenieure extra versteckt, um dadurch einen flachen Ladeboden von 2 Metern Länge zu erhalten. Ebenfalls mitgedacht haben sie bei dem separat öffnenden Heckfenster, das es gestattet, den täglichen Einkauf auch in engen Parklücken problemlos im Auto zu verstauen. In punkto Ausstattung wartet der Grandtour mit einigen Gimmicks auf, die die Käufer unter Umständen bald nicht mehr missen möchten. Wie etwa die moderne Klimaanlage mit der so genannten „Fast“-Funktion. Diese erlaubt es, ein Auto, dass lange Zeit in der Sonne gestanden und dessen Innenraum sich auf über 44 Grad aufgeheizt hat, innerhalb von sieben Minuten auf die üblichen 20 Grad runterzukühlen. Nach Renault-Angaben brauchen normale Klimaanlagen dafür rund 24 Minuten. Auch in Sachen Sicherheit soll der neue Laguna-Kombi den Erfolg des Vorgängers fortsetzen. Immerhin war der Laguna das erste Fahrzeug, das beim Euro NCAP-Crashtest die Bestwertung von fünf Sternen erreichte. In der neuen Version wurden unter anderem die Seitenairbags verbessert, da bei Unfällen die größte Verletzungsgefahr von der Seite droht. Erfreulich ist auch die breite Motorenpalette: Drei Motoren - zwei Diesel und ein Benziner - mit sechs verschiedenen Leistungsstufen stehen zur Auswahl. Beim Diesel bildet ein 1,5-Liter-Motor mit 110 PS die Einstiegsvariante. Dabei ist allerdings fraglich, ob dieser tatsächlich die Werksangabe hinsichtlich eines durchschnittlichen Verbrauchs von 5,0 Litern einhalten kann. Darüber hinaus stehen drei 2,0-Liter-Diesel-Aggregate mit 130, 150 und 173 PS zur Auswahl. Bei den Benzinern bildet ein 2,0-Liter-Motor mit 140 PS die Einstiegsvariante. Dessen Verbrauch wird mit durchschnittlich 8,0 Litern angegeben. Zusätzlich gibt es eine Turbo-Version des Motors mit 170 PS und einem Verbrauch von 8,9 Litern. Der billigste Diesel kostet 23.750 Euro. (va1/eh)