Seat Altea XL - „Fahrvergnügen auf Zuwachs"


Es soll Damen geben, die fürchten XL wie der Teufel das Weihwasser. Die meisten Herren sehen das gelassener. Beiden Geschlechtern sei gesagt: XL kann auch etwas Gutes an sich haben, wenn es bedeutet, dass man nun mehr sein Eigen nennen kann. Beim Seat Altea kostet das XL nur rund 800 Euro mehr. Für diesen Aufpreis bekommt man vor allem mehr Raumgefühl, Platz für die Hinterbänkler, Laderaum und nur 18,7 Zentimeter mehr Länge. Der Seat Altea XL wirkt erwachsener, obwohl er seinen jugendlichen Charakter behalten hat. Sein Design mit spitz zulaufender Front, runden Linien, die von scharfen Kanten gebrochen werden, die mandelförmigen Augen hat nichts von seinem besonderen, sportlichen Charme verloren, den man seit zwei Jahren vom normalen Altea kennt. Und auch innen erwarten einen vorn keine Überraschungen. Das Armaturenbrett ringt immer noch mit sich, ob es nun sportlich oder elegant sein will. Die klaren, runden Instrumente, die betonte Mittelkonsole, der gesamte Innenraum im Karbon, Titanium- und Chromlook mit den gut geformten, sportlichen Sitzen - das alles kennt man schon. Die Überraschung beginnt beim Einsteigen in eine der hinteren Türen. Für die Fondpassagiere steht dort ein Raumangebot zur Verfügung, dass in dieser Klasse seines Gleichen sucht. Die Rücksitze lassen sich um rund 14 Zentimeter nach vorn verschieben, womit die nächste Überraschung sichtbar wird - ein in dieser Klasse ungewöhnlich großer Laderaum. Mit vorgeschobenen Sitzen fasst er 635 Liter, mit zurückgeschobenen Sitzen 100 Liter weniger, mit umgeklappten Sitzen sogar mehr als 1 600 Liter. Also liebe junge Väter. bei vorgeschobener Rücksitzbank passen zwei Babysitze auf die Bank und zwei Kinderwagen in den Laderaum, wenn auch dessen Klappe - der rund zulaufenden Heckform wegen - ein wenig schmal ausgefallen ist. Rückt man die Bank ganz nach hinten und klappt sogar noch den Sitz in der Mitte als Tisch nach vorn, eignet sich der XL auch als Komfortkutsche für die Schwiegereltern oder später einmal für die erste Fahrt des Juniors, die die Eltern von hinten - bequem sitzend - stolz beobachten können. Über weitere Möglichkeiten, den XL ins Familienleben oder dessen Vorbereitung einzubauen, wollen wir an dieser Stelle nicht nachdenken. Nur so viel: Der Junior muss sich nicht schämen, wenn er seine Freunde oder seine Flamme durch die Landschaft bewegt. Der Altea XL hat nichts Betuliches- und er hat auch kein Opa-Fahrwerk - im Gegenteil. Mit seiner direkten Lenkung, dem straffen, sportlich, aber nicht unkomfortabel wirkenden Fahrwerk, seiner recht knackigen Sechs-Gang-Schaltunung wird es nicht langweilig. Fragt sich nur noch, in welchen Motor Papa investiert hat. Die Einstiegsversion wird von einem Vier-Zylinder-Benziner mit 75 kW/‘102 PS angetrieben, der nach 13 Sekunden 100 km/h schnell ist und mehr als 180 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht. Im Schnitt soll er knapp 8 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen. Wer sich selbst und seinen Sprösslingen ein bisschen mehr zukommen lassen will, entscheidet sich entweder- für den 1,9 Liter TDl mit 77 kW/105 PS. Der braucht fast eine halbe Sekunde weniger von 0 auf 100 km/h und fährt auch ein bisschen schneller, verbraucht aber rund 2,5 Liter weniger Kraftstoff auf 100 km. Der 2.0 TDI fährt sogar schneller als 200 km/h und erreicht die 100-km/h-Marke schon in zehn Sekunden. Diesen Motor gibt es auch mit dem Direktschaltgetriebe. Der Verbrauch liegt bei 6 Litern Diesel auf 100 km. Richtig zur Sache geht es dann im kommenden Jahr, wenn auch der 125 kW/170 PS-Diesel und der 120 kW/ 160 PS TFSI-Benziner im Programm sind. Dann sprechen wir beim Diesel über Höchstgeschwindigkeiten von mehr- als 210 km/h, nicht einmal neun Sekunden und einem Durchschnittsverbrauch von ein wenig mehr als 6 Litern Diesel. Aber wir wollen unsere Junioren ja nicht verwöhnen. Deswegen ist sicher auch der Grundpreis für den Einstiegsbenziner von Interesse, von dem sich Seat sowieso den größten Erfolg in Deutschland verspricht. Der kostet in der Version „Reference“ 17 990 Euro, in der Version „Comfort“ 19 190 Euro und als Topmodell „Stylance“ 20 450 Euro. Nur um das Spektrum insgesamt abzurunden: Der 170 PS-Diesel kostet in der besten Ausstattungsvariante 26.500 Euro. Dieses Kraftpaket würde ich als Vater allerdings nicht meinen Junioren überlassen. Den fahren nur Vater und Mutter. Basta!