CC heißt bei Volkswagen schön gestreckt


Bei den deutschen Herstellern hat es bereits Tradition, neue Modelle und Studien Anfang der Woche vorzustellen. Neben VW haben diesmal auch Audi und BMW spektakuläre Weltpremieren. Die bayerischen Fahrzeugbauer konnten mit ihren Neuheiten R8 V12 TDI und X6 sogar sichtbar mehr Interesse wecken als VW mit seinem Passat CC. Dafür kam es am VW-Stand nicht zu kontroversen Diskussionen. Das Stimmungsbild der fachkundigen Besucher schien einhellig; Dieser Passat sieht richtig gut aus und wird seinen Weg machen. Ä la CLS: Die Masche mit den vier Türen und der coupéhaften Silhouette ist ja nicht ganz neu. Mercedes hat mit dem auf der E-Klasse basierenden CLS bereits seit geraumer Zeit ein solches Modell im Portfolio und konnte es gut am Markt etablieren. Eine sehr ähnliche Strategie verfolgt VW nun mit dem CC. Die schicke Variante baut auf den normalen Passat auf. Entsprechend ist der Radstand von Coupé und Limousine identisch. Das Blechkleid des CC wurde jedoch komplett neu geschneidert. Dabei wurden die Überhänge etwas länger und das Fahrzeug wuchs um fast vier Zentimeter auf 4,80 Meter Länge. Im Gegenzug sank die Höhe um fünf Zentimeter. Entsprechend gestreckt wirkt die Karosserie. Zudem sorgt in der Seitenansicht eine von vorn nach hinten aufsteigende Schulterlinie für einen dynamischen Akzent. Zu den weiteren Besonderheiten des Passat CC gehört eine langsam abfallende Dachlinie, die am Kofferraumdeckel spoilerartig mit elegantem Schwung wieder nach oben zeigt. Darunter befindet sich ein 535 Liter großes Gepäckabteil (Limousine hat 30 Liter mehr). Scheinwerfer und Frontschürze wurden präsenter gezeichnet. Die bei der Limousine bislang großflächig verchromte Frontmaske ist beim CC allerdings in Wagenfarbe lackiert. Ein gestalterischer Höhepunkt des Coupés sind die Heckleuchten, die weit in die Fahrzeugflanke reichen. Die Außenspiegel sind ebenfalls neu. Sie werden voraussichtlich auch den Ende 2008 startenden Golf VI zieren. Reichlich Platz für vier: Passat CC. Im Wesentlichen ist das Interieur mit dem des normalen Passats identisch. Neu ist unter anderem das Lenkrad, das sich ebenfalls im neuen Golf wieder finden dürfte. Wie schon die Limousine, so bietet auch der Passat CC diverse Optionen, um den Innenraum individuell hübscher zu machen. Eine Besonderheit des Coupés ist die Rückbank mit nur zwei Sitzplätzen. Dank der sehr breiten, klappbaren Mittelkonsole haben die Fondpassagiere seitlich entsprechend viel Platz. Auch die Kopffreiheit ist trotz der niedrigen Dachlinie recht üppig. Bei den Motoren gibt es keine wirklichen Überraschungen. Die bekannten Diesel- und Benzinaggregate leisten zwischen 140 und 300 PS. Wobei die stärkste Version - der 3,6-Liter-V6-Motor - trotz anders lautenden Ankündigens noch immer auf seine Markteinführung beim normalen Passat auf sich warten lässt. Kommt im Sommer: So wird erstmalig das aktive Spurhaltesystem Lane Assist angeboten, Ebenfalls neu für den Passat sind der aus dem Touran bekannte Park Assistent und Sitze mit aktiver Klimatisierung. Eine weitere Innovation ist die Fahrwerksregelung Dynamic Drive Control. Sie ist für alle Varianten ab 170 PS serienmäßig an Bord. Mit diesem System lässt sich die Fahrwerkseinsteilung per Knopfdruck in drei Stufen zwischen sportlich und komfortabel variieren. Den genauen Termin für den Marktstart des Passat CC in Europa hat VW noch nicht bekannt gegeben. Voraussichtlich im Frühsommer 2008 werden in Deutschland die ersten CCs herumfahren. Das Einstiegsmodell wird der 160 PS starke 1.8 TSI sein. Er wird mindestens 30.300 Euro kosten.