Premiere für den Volksrenner VW Scirocco


Ein Sturm der Begeisterung brandete auf. Blitzlichter erhellten die Bühne. Ein neuer Star wurde an historischer Stelle in Genf der Weltöffentlichkeit vorgestellt – genau wie der Ur-Scirocco 1974. Fast vergessen ist die Zeit, als das Straßenbild der Capris, Mantas und Sciroccos geprägt wurde. Diese Coupés beflügelten die sportlichen Fantasien des kleinen Mannes, die bezahlbaren Kultkisten mit einer Tendenz zur Prollhaftigkeit, enge Jeans, der Plastik-Kamm in der Gesäßasche (war immer parat). Dieser Fahrzeugtyp ist heute zwar noch vorhanden, dennoch schickt VW den Totgesagten zurück auf die Straße und das mit einer radikal neuen Optik diese Designerrichtung sieht nach einer Erfolgsgeschichte aus. Das Einstiegsmodell des VW Scirocco mit dem 122 PS starken 1.4 TSI kostet 21.750 Euro. Wirklich billig ist das wohl nicht mehr. Doch echte Sportcoupés gibt es im günstigsten Fall von Hyundai ab 25.590 Euro. Angesichts der teuren Mitbewerber ist der Scirocco also ein Schnäppchen. <neue Design-Richtung: Mit dem Scirocco stellt VW ein Modell vor, das weder mit aktuellen noch historischen Autos in besonderer Weise Ähnlichkeiten hat. Lediglich mit der 2006 vorgestellten Genf-Studie Iroc ist die Serienversion eng verwandt. Vermutlich wird die neue Optik kein Einzelfall bleiben und sich viele Elemente des Scirocco auch bei Golf VI und dem noch in diesem Jahr folgenden Polo-Nachfolger wieder finden. <Knackig proportioniert: Neben der erfrischend anderen Optik wirkt der auf Eos-Plattform aufbauende Athlet wie er wirken soll: kraftvoll und dynamisch. Bei 4,26 Meter Länge geht der Scirocco 1,81 Meter in die Breite und misst nur 1,40 Meter Höhe. Dank des 2,58 Meter langen Radstands fallen die Überhänge vorne und hinten relativ kurz aus, kürzer in jedem Fall als beim Audi TT, Die Räder befinden sich also fast schon dort, wo sie hingehören: in den Ecken. Ein herausragendes Detail ist die Taillierung des Scirocco, wodurch die kraftvoll herausgestellten Pobacken noch eindrucksvoller zur Geltung kommen. Serienmäßig steht der knackig proportionierte Zweitürer auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. <Gutes Platzangebot: Das Cockpit des Scirocco stammt ebenfalls vom Eos. Lediglich einige Details wurden geändert. Selbstverständlich ist auch im Scirocco das neue Highend-Navisystem RNS 510 verfügbar. Vorne ist das Platzangebot üppig. Die vorklappbaren Frontsitze ermöglichen einen bequemen Einstieg in den Fond. Auf den beiden sportlich konturierten Einzelsitzen hinten sind die Platzverhältnisse ebenfalls gut. Und Einzel-Fondsitze kann der normal 292 Liter große Stauraum auf 755 Liter erweitert werden. Eine Besonderheit des Scirocco ist ein riesiges Glas-Panorama-Dach. Die lichte Ausstattungsoption erstreckt sich von der A- bis zur B-Säule. Per Knopfdruck ist es um bis zu 39 Millimeter aufstellbar. Ist die Sonneneinstrahlung störend, kann elektrisch ein Rollo ausgefahren werden. TSI 122 PS: Zum Marktstart hat man beim Scirocco die Wahl zwischen drei Benzin- und einem Dieselmotor. Schwächstes Aggregat ist der 122 PS starke 1.4 TSI mit Turboaufladung. Er stellt sein maximales Drehmoment von 200 Newtonmeter bereits bei 1.500 U/min zur Verfügung. In Kombination mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe ist der Sprint von null auf 100 km/h in 9,7 Sekunden zu Ende. Trotz bereits guter Fahrleistungen soll der Normverbrauch bei 6,1 Litern liegen. <TSI 160 PS: Ebenfalls noch sparsam aber deutlich stärker ist der TSI mit 160 PS. Der 1,4-Liter-Vierzylinder hat neben der Turbo- außerdem noch eine Kompressoraufladung. Das Maximaldrehmoment von 240 Newtonmeter liegt bei 1.750 Touren an. Der Sprint auf 100 km/h dauert 8,0 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 217 km/h angegeben. <TSI mit 200 RS: Das vorläufige Ende in Sachen Dynamik markiert der TSI mit 200 P5. Der turbogeladene Vierzylinder mit 280 Newtonmeter Drehmoment ab 1.700 Touren braucht 7,7 Liter Benzin. Der Standardspurt ist nach 7,2 Sekunden vorbei, Top-Speed gibt VW mit 235 km/h an. Neben dem serienmäßigen Sechsgang-Getriebe ist alternativ auch ein Sechsgang-DSG bestellbar. Vorläufig ist diese Motorisierung die stärkste Ssirocco-Variante. Doch sicherlich wird auch bald schon einer deutlich stärkere R-Version geben. <Alternative Diesel: in Zweiliter-Commom-Rail-Dieselmotor ist der vorläufig vierte Motor. 140 PS und 320 Newtonmeter wuchten den Sportwagen in 9,3 Sekunden auf 100 Sachen, das höchste der Gefühle sind 207 km/h. Attraktiv ist der Verbrauch: 5,4 Liter sollen auf 100 Kilometer reichen. <Sportlich ausgelegt: Vermutlich wird das Dynamik-Niveau des Scirocco ähnlich hoch wie das des Golf GTI sein. Serienmäßig ist der kommenden Zweitürer bereits mit einem Sportfahrwerk ausgestattet. Mit kürzeren Federn und einer strafferen Dämpfung sorgt diese Abstimmung für flotteres Einlenken, weniger Wankneigung und geringere Untersteuertendenzen. Adaptives Fahrwerk: Alternativ gibt es gegen Aufpreis deshalb eine adaptive Fahrwerksregelung mit den Einstellungen Normal, Comfort und Sport. Hier ist der Zielkonflikt zwischen sportlich straffer und komfortabler Auslegung besser gelöst und diese Technik dem Serienfahrwerk überlegen. Im Sportmodus wird die Dämpfung härter, während sich die Servounterstützung der Lenkung verringert und die wiederum gleichzeitig direkter wird.