Mit dem BMW Z4 unterwegs – Von wegen
Männerdomäne: Bei BMW zeigt das weibliche Geschlecht wo es lang geht.

Die Frauen lassen aber auch keine männliche Domäne unangetastet. Jetzt dringen sie sogar schon zu den Männer-Spielzeugen vor. Zwei Damen zeichnen für das Design des neuen Roadsters BMW Z4 verantwortlich: Juliane Blasi fürs Äußere und Nadya Amaout fürs Innere. Jung, attraktiv, selbstbewusst wie ihr Roadster stellen die beiden in diesen Tagen an der spanischen Costa Blanca ihr Werk vor.


Sichtlich stolz sind die beiden, und dürfen es auch sein. Denn der neue Z4 hat von seinem Vorgänger zwar viele Charakterzüge übernommen und kommt ebenfalls mit den für BMW-Roadster typischen Proportionen daher. Dazu gehören die lange Motorhaube, das kurze Heck, die Sitzposition kurz vor der Hinterachse und der lange Radstand. Auch die Linienführung meint man zu kennen. Dach steht der Vorgänger neben dem Neuen, wird die Weiterentwicklung deutlich. Das Prinzip der harten, gerundeten Kanten und der weichen, abwechselnd nach innen oder außen gewölbten Flächen findet im Z4 einen neuen Höhepunkt. Der Z4 wirkt schon im Stand kraftvoll, aber gleichzeitig so elegant und wertig, dass man an das legendäre Graf-Goerz-Auto aus den 50-ger Jahren, den BMW 507, erinnert wird. Alle Kanten und Linien fließen über die Karosserie bis sie das Bürzelheck umrunden. Mit dem neuen zweiteiligen elektrischen Falt Hardtop gelang BMW nicht nur eine ungewöhnlich und schnell arbeitende Konstruktion (20 Sekunden fürs Offnen und Schließen), es sieht auch geschlossen so gut aus, wie man es von einem Z4 Coupé erwarten würde. Ein netter Trick des Designs: Die A-Säule ist schwarz lackiert, verschwindet deswegen optisch im Hintergrund. Die Rundumsicht bei geschlossenem Dach wurde deutlich besser, ebenso die Kopffreiheit. Zusammen mit der um rund 50 Millimeter größeren Innenbreite des Z4 entsteht so ein bei einem Roadster unerwartetes Raumgefühl. Das gab Nadya Amabut und ihrem Team Platz für Ideen. Der Fahrerarbeitsplatz hat dadurch sehr gewonnen. Alle Bedienelemente orientieren sich auf den Fahrer. Rund sind alle Instrumente und Bedieneinheiten, was ein wenig an die alten Sportwagenzeiten erinnert, als eine Uhrengalerie die Armaturentafel füllte. Dazu passt der Einsatz von Chrom, ergänzt um hochwertige Materialien und gefällige Formen. Dieses Ambiente ist sportlich, gediegen und luxuriös. BMW hat sich für eine elektrische Handbremse entschieden und damit auch Raum für eine Ablage im Mitteltunnel geschaffen. Auch sonst bietet der Z4 im Innenraum deutlich mehr Ablagen. Sogar hinter den Sitzen ist noch Platz. Außerdem gibt es eine Klappe zum Kofferraum, so dass auch zwei Paar Ski mitreisen können. Der Kofferraum fasst bei geschlossenem Dach vorbildliche 310 Liter, was allerdings für großen Winterurlaub immer noch etwas knapp sein dürfte. Bei geöffnetem Dach bleiben immerhin nach 150 Liter. Die maximale Zuladung liegt bei 330 Kilogramm. Spätestens jetzt sind wir bei den Kapiteln, für die bei BMW immer nach Männer verantwortlich sind. Da sind zunächst die drei Reihen-Sechszylinder-Motoren, mit denen der Z4 am 8. Mai 2009 sein Dasein bei den Händlern beginnt. Der BMW Z4 sDrive23i mit 2,5 Liter Hubraum und 150 kW/204 PS, der BMW Z4 sDrive30i mit 3 Litern und 190 kW/258 PS sowie der BMW Z4 sDrive 23i mit ebenfalls drei Litern Hubraum, Twinturbolader, Direkteinspitzung und 225 kW / 308 PS. Wir fuhren jetzt beim ersten Probegalopp in den Bergen zwischen Alicante und Benidorm den 35i in Verbindung mit dem neuen Sieben-Gang. Doppelkupplungsgetriebe. Der Motor bietet zwischen 1300 und 5000 Umdrehungen pro Minute sein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern an. Dieses Kraftpaket schafft die 100-km/h-Marke mit Doppelkupplungsgetriebe in 5,1 Sekunden und wird bei 250 km/h abgeregelt, Der Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) liegt bei 9,4 Litern, entsprechend einem Kohlendioxidausstoß von 219 Gramm pro Kilometer, BMW sieht für das Doppelkupplungsgetriebe einen Verbrauchsvorteil von 0,4 Litern auf 100 km, was also einen Schnitt von neun Litern bedeutet. Harmonische Achslastverteilung, Hinterradantrieb, Aluminium-Leichtbaufahrwerk und die elektromechanische Servolenkung erlauben das BMW typische aktive Handling, das nach Kurven ruft, Die serienmäßige FahrdynamikKontrolle ermöglicht die Feinabstimmung in drei Stufen, von denen wir auf den Bergstrecken lieber erstmal nur zwei ausprobierten: „Normal für zügiges bis schnelles Fahren und Gleiten und Sport, für die aktivere Gangart. Dann reagiert der Motor deutlich schneller, das Getriebe ebenso, die Lenkung wird direkter und das ESP lässt dem Heck in Kurven etwas Spielraum. „Sport plus“ sollte man den Könnern überlassen, die dann sowieso noch das M-Sportfahrwerk dazubestellen und sich vielleicht für die Sport Automatik an Stelle des serienmäßigen Sechs-Gang-Handschalter entscheiden. Vom alten 24 hat BMW 180 000 verkauft. Für den Neuen rechnet man sich trotz der augenblicklichen Marktlage gute Chance aus. Denn den alten Z4 sehen die Münchner mehr als puristischen Sportwagen. Mit dem neuen haben sie die Dimension Komfort dazu gewonnen. Dank der Fahrdynamik-Kontrolle sehen sich die Marketingexperten in der Lage, bei anderen Roadster-Herstellern zu wildern. Selbstbewusst erklärte man, es sei falsch anzunehmen, der Roadster-Markt befinde sich im Rückwärtsgang. Richtig sei vielmehr, dieser Markt hänge von den angebotenen Fahrzeugen ab. Das glauben die Münchner mit dem Z4 nun zu haben., dank ihrer Technik und dank der beiden Damen und ihrer Kollegen.


Daten: BMW Z sDrive35i, Länge x Breite x Höhe: 4,24 m x 1,79 m x 1,29 m, Wendekreis: 10,7 m, Motor (Sauart, Hubraum): Reihen-Sechszylinder, 2979 ccm, Twinturbo, Direkteinspritzer, Max. Leistung: 225 kW /206 PS bei 5800 U/min, Max. Drehmoment: 400 Nm, zwischen 1300 und 5000 U/min, Verbrauch NEFZ im Mittel: 9,4 Liter Super CO2-Emission: 219 g/km, Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 5,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h, Leergewicht,/Zuladung: 1580 kg/330 kg, Reifen: vorn 225/45 R 17, hinten: 255/40 R 17, Basispreis (Version Ambiente): 47 450 Euro.





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