Mit dem 7er BMW unterwegs: Das Sahnehäubchen im Luxussegment – Die Münchener haben die Messlatte höher gelegt.

Zwölf Zylinder und acht Gänge – mit dieser Kombination wird das Höchstmaß an Souveränität und Exklusivität in der automobilen Luxusklasse neu definiert. Der neue 760i und 760 Li übernehmen die Spitzenposition im Modellportfolio der Marke BMW, und sie repräsentieren die höchste Form der Fahrkultur in ihrem Segment. Es gibt große Autos, schnelle, luxuriöse. Und es gibt Autos, die sind das alles auf einmal und setzen noch einen drauf, bilden das Sahnehäubchen des Luxussegments. So ein Auto ist der Sechs-Liter-BMW mit langem Radstand, der 760Li. Ja, in der Wirtschaftskrise mag ein solches Auto nicht zeitgemäß sein. Ja, der Trend geht in Richtung leistungsstärkerer, dabei verbrauchsreduzierter und kleinerer Autos. Aber: Träumen wir nicht alle davon, vielleicht auch nur ein einziges Mal einen solchen Boliden unser eigen zu nennen? Und es gibt sie noch, diejenigen, die sich ein solches Auto leisten können und wollen. Und es gibt auch noch die Hersteller, die mit einem solchen Auto zeigen, was sie können und demonstrieren, was größtmögliche Perfektion im Autobau heißt. Mit dem 760i und dem 760Li nehmen die Münchner Mitbewerber die Herausforderung nicht nur an, sie legen die Messlatte bei der klassischen Limousine technisch noch ein Stück höher.


Der Einstiegspreis für die Variante mit dem langen Radstand liegt bei 144.800 Euro. Wer mit 14 Zentimetern kürzerem Radstand auskommt, der ist mit dem 760i mit rund 10.000 Euro weniger dabei. Topversion der 7er Baureihe setzt Maßstäbe: Maßstäbe setzen wollen die Bayern mit der Topversion der 7er-Baureihe nicht nur beim Raumangebot, bequemen Sitzen und mit Luxus pur, sondern vor allem auch bei den technischen Aspekten. Alles, was die Technik für mehr Sicherheit und mehr Komfort heute bieten kann, ist bei der umfangreichen Serienausstattung an Bord oder kann gegen Aufpreis hinzu erworben werden. Das darf der Kunde von BMW und angesichts des Preises erwarten. Lohnend ist der Blick auf den Motor. 1977 kam der 7er BMW auf den Markt. Inzwischen ist es die fünfte Modellreihe des Oberklasse-BMW. Seit 1987 zum vierten Mal bieten die Münchner mit einem Zwölfzylinder--Motor die Innovationskraft in Reinkultur an. Seither besaß das Aggregat eine Sechsgang-Automatik. Der neue 7er ist der erste mit einer Achtgang-Automatik. Der neue Motor hat mit 544 PS 22 Prozent mehr Leistung und fünf Prozent weniger Verbrauch als sein Vorgänger. Mit 12,9 Litern (nach EU-Norm) auf hundert Kilometern setzt sich der BMW-Zwölfzylinder in Sachen Effizienz vom Wettbewerb ab. Das schafft er mit Kraftstoff-Direkteinspritzung, doppeltem Turbolader, gesteuerten Nebenaggregaten, Rückgewinnung der Bremsenergie und viel Feinarbeit der Entwickler. Spontane Reaktion beim Druck aufs Gaspedal: Der Turbolader stellt sein für einen Benziner gewaltiges maximales Drehmoment von 750 Newtonmetern bereits ab 1.500 Umdrehungen pro Minute bereit. Das erleichtert der Achtgang-Automatik die Arbeit. Sie hält den Motor auf einem möglichst niedrigen Drehzahlniveau. Das trägt zur Effizienz bei, ohne den 7er einzubremsen. Die spontane Reaktion beim Druck aufs Gaspedal und die extrem kurzen Schaltzeiten der Automatik - auch über mehrere Gänge hinweg - erlauben jederzeit einen beeindruckenden Spurt - zum Beispiel in 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h. Trotz der scheinbar unerschöpflichen Leistungsreserven, die präzise dosierbar in souveräne Fahrdynamik umgesetzt werden, fasziniert der Zwölfzylinder mit einer kaum zu übertreffenden Laufkultur. Fährt man den 7er nicht nur sportlich, bleibt alles ruhig. Der Motor hält sich zurück, Wind- und Fahrgeräusche sind fast nicht wahrnehmbar. Wählt man dann auch noch den Komfortmodus des Fahrwerks, gleitet der BMW lautlos wie von Elektromotoren getrieben und sanft wiegend auch durch den schnellen Verkehr - abgeschottet vom normalen Leben auf der Straße und abgehoben in 2,2 Tonnen Souveränität, die man schon beim ersten Gasgeben inmitten von Luxus, Leder, gekonntem Design und herausragender Technik zu spüren bekommt. Kultiviert, exclusiv, Garant für Gänsehaut: Erhard Frank von der BMW-Entwicklung umschreibt das so: „Kultivierte Kraft, genussvolles Reisen, stilvolle Exclusivität.“ Vom „Garanten für Gänsehaut“ spricht Projektmanager Johann Kistler. Die erlebt man beim Reisen über lange Autobahnetappen ebenso wie beim Zwischenspurt oder bei einer beherzten Hatz um Kurven. Es ist erstaunlich, wie behände der 5,21 Meter lange Li mit einer (aufpreispflichtigen) mitlenkenden Hinterachse schnell und ohne Seitenneigung um die Kurven zirkelt. „BMW hat den leistungsstärksten und effizientesten Zwölfzylinder im Markt. Er liegt nahe am physikalischen _Optimum“, behauptet Kistler und wird durch unsere Fahreindrücke bestätigt.

Cirka 20.000 Exemplare vom 7er haben die Bayern seit dem Erscheinen des neuen Modells im Januar 2009 bereits verkauft. Sie sind stolz darauf, dass sie im Oberklasse-Segment im Juni erstmals die Mercedes S-Klasse bei den Zulassungen überholt haben. Vom Zwölfzylinder erhoffen sie sich eine Verfestigung dieser Position im Markt. Jährlich werden weltweit rund 5.000 Zwölfzylinder-Limousinen verkauft. Davon entfallen etwa 1.000 auf BMW. Es wird sich zeigen, wie viele Kunden gewillt und in der Lage sind, das momentane Nonplusultra des Motorenbaues zu ordern, um damit Mitglieder der automobilen Parallelgesellschaft zu werden - der Krise zum Trotz.

Fakten und Technik Maße: 5,21 m/1,90 m/1,48 m Länge/Breite/Höhe)
Motor: Zwölfzylinder-Benziner, 6,01 Hubraum, Biturbo, Direkteinspritzung,
Leistung: 544 PS bei 5.250 U/min
Max. Drehmoment 750 NM zwischen 1.500 und 5.000 Umdrehung/Min
Verbrauch 12,9 Liter Super auf 100 km
CO2-Ausstoß: 303 g/km (Euro 5-Norm)
Geschwindigkeit: 0 - 100 km/h in 4,6 sek, max. 250 km/h (abgeregelt)
Preis: ab 144.800 Euro




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