Der CX-7 Diesel startet durch – „Endlich dieselt es beim CX-7“.

Mitte 2007 führte Mazda den CX-7 in Europa ein. Mit seinem durchaus gefälligen Äußeren konnte er auf Anhieb überzeugen, mit seinen inneren Werten nur teilweise. Die Japaner boten ihn lediglich mit 2,3-Liter-Turbo-Bernziner 260 PS an, der pro Jahr in Deutschland nur rund 1.500 Käufer fand. Jetzt legt Mazda nach: Mit Facelift, neuem Fahrwerk und selbstentwickeltem Diesel wollen sie ab 2010 rund 3.000 CX-7 im Jahr verkaufen.


Die Chancen dafür stehen gut, denn der Dieselmotor ist der einzig wahre Antrieb für ein gut 1,8 Tonnen schweres SUV. Mazda setzt im CX-7 2.2 Liter MZR-CD einen neuen, supersauberen Selbstzünder ein, der ab sofort rund 97 Prozent aller CX-7-Verkäufe ausmachen soll. Endlich dieselt’s: Der Common-Rail-Diesel bietet zudem eine Besonderheit, die sonst in dieser Preisklasse nicht zu finden ist. Ad Blue heißt das Stichwort und soll die Stickoxide deutlich reduzieren. Ein zusätzlicher SCR-Kat befindet sich bei allen CX-7-Dieseln ein gutes Stück hinter dem Rußfilter und minimiert in Zusammenarbeit mit der Ad-Blue¬Flüssigkeit, die in den SCR-Kat eingespritzt wird, die Stickoxyde deutlich. Dennoch erreicht der 2,2-Liter-Diesel „nur“ die Euro-5-Norm und nicht die Euro¬-6-Norm, wie es beispielsweise der BMW 330 d mit (aufpreispflichtigem) Blue-Performance-Paket schafft. Die Zusatzflüssigkeit befindet sich in einem kleinen Tank neben dem Not-Rad im Kofferraum und soll laut Mazda nur zur regelmäßigen 20.000er-Wartung aufgefüllt werden. Schön ist, dass trotz der Zusatz-Technik kein Gepäckraum geopfert werden musste. Anfahrschwäche eklatant: Der Dieselmotor ist prinzipiell ein Gedicht. Er ist extrem laufruhig, spontan im Ansprechverhalten und mit 173 PS ausreichend flott. Die 400 Newtonmeter versprechen guten Durchzug. Das steht zumindest auf dem Papier. In der Realität nervt der Antrieb mit einer ausgeprägten Anfahrschwäche aufgrund eines gewaltigen Turbolochs. Unter 2.000 Touren geht nichts, hier heißt es oft sogar Kupplung im ersten Gang schleifen lassen, damit die Fuhre nicht abstirbt. Das quittiert die Reibscheibe ungeniert mit schlechten Gerüchen. Besonders ärgerlich ist das Verhalten für Trailer-Fahrer. Denn der 2,2-Liter-Diesel darf bis zu 1,8 Tonnen an den optionalen (Zubehör-) Haken nehmen. Das Aggregat wacht erst ab etwa 2.200 Umdrehungen wirklich auf und sorgt von da an mit überzeugendem Schub. Idealerweise lässt man deshalb die Drehzahl nicht unter 2.500 Umdrehungen fallen. Das gelingt dank des präzise schaltbaren und mit kurzen Wegen gesegneten Sechs-¬Gang-Getriebes recht gut. Besser würde hier jedoch eine Wandler-¬Automatik passen, die es für das Benziner-Modell zumindest in den USA gibt. In Deutschland und Europa ist eine Automatik-Version dennoch nicht vor 2011 geplant. Dann erst sollen neue Getriebe bei Mazda Einzug halten. Niedriger Verbrauch: Erstaunlich ist, dass trotz der Schaltarbeit und die für einen Diesel häufig genutzten hohen Drehzahlen der Verbrauch im Rahmen bleibt. Mazda gibt 7,5 Liter an. Wir konnten bei unserer rund 400 Kilometer langen Tour mit einem Bordcomputer-Verbrauch von gut acht Litern flott im Verkehr mitschwimmen. Mehr als nur flott mitschwimmen gelingt im CX-7 übrigens sehr gut, denn das überarbeitete Fahrwerk überzeugt. Der Sport-SUV, wie ihn Mazda gerne nennt, fährt sich sportlich, handlich und flott auf Landstraßen und hebt dabei sogar schon mal ein Beinchen. Seine Agilität kommt der eines Audi Q5 sehr nahe. Lediglich bei sehr schnell angegangenen Kurven schiebt der Japaner gut berechenbar über die 235er-Vorderräder. Gleichzeitig beherrscht er auch das sanfte Gleiten. Nur Querfugen mag die McPherson-Vorderachse nicht und reicht diese Art der Straßenschäden eher ungalant an die Passagiere weiter, doch damit lässt sich leben. Am permanenten Allradantrieb änderte Mazda nichts. Hier bleibt es beim bewährten Lamellen-System, das die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt und bei Vollbeschleunigung den Vorderrädern kurz Schlupf gewährt, bevor die Kraft nach hinten geleitet wird. Ein Manko sind das nicht abschaltbare ESP und die nur bis zirka 60 km/h deaktivierbare Traktionskontrolle. Beides sollte bei einem Sport-SUV auf Fahrerwunsch komplett und dauerhaft abschaltbar sein. Bisschen Optik: Erwähnenswert ist noch, dass Mazda den (in den USA seit 2006 gebauten) CX-7 auch optisch sanft überarbeitete. Etwas mehr Chrom außen, ein neuer Kühlergrill im Mazda-3-Stil, eine neue Heckschürze und fertig ist die Außenaufwertung. Zusätzlich gibt es für die High-Line genannte Top-Version 19 Zoll anstelle der bislang maximal erhältlichen 18-Zöller. Im Innenraum erwartet die Passagiere ein neues Lenkrad und eine übersichtlichere und höherwertig wirkende Mittelkonsole mit neuen Bedienelementen. Preislich attraktiv: Den CX-7-Benziner gibt es weiterhin lediglich in der High-Line-Version. Damit ist der 2.3 DISI, wie der Benziner heißt, mit 37.000 Euro noch immer der teuerste CX-7 - inklusive Leder, Bose-Soundsystem, Tote-Winkel-Warner, Tempomat, Bi¬Xenon-Scheinwerfer und beispielsweise 19-Zöllern. Einzig das Navi fehlt. Und hier bietet Mazda lediglich ein 700 Euro teures Mäusekino an, auf das man gerne verzichten darf. Gehört man nun zu den geschätzten 97 Prozent Diesel-Käufern, kostet der teuerste 2.2 Liter MZR-CD gut 35.000 Euro. Das Beste: Unterhalb des High-¬Line gibt es ab sofort die Ausstattungslinie Center-Line und die Basis Prime-Line. Damit beginnt der Einstieg bei nunmehr 30.000 Euro, ohne die Option auf weitere Extras. Wer jedoch einen Tempomat oder eine Freisprecheinrichtung wünscht, muss zum 31.600 Euro teuren Center-Line greifen - Einzeloptionen sind Mazdas Stärke nicht. Mazda erwartet, dass rund 56 Prozent der CX-7-Käufer die mittlere Ausstattungslinie wählen werden.

Das optische Facelift ist marginal und hat dem CX-7 dennoch gut getan. Der Dieselmotor war ein Muss und kann, einmal in Schwung gebracht, vor allem mit seiner Laufruhe begeistern. Störend ist allerdings eine ausgeprägte Anfahrschwäche, die eine Wandler-Automatik hätte kaschieren können. Aber: Ein Automatik-Getriebe wird es vor 2011 nicht geben. Wer ohnehin mit dem Schalt-Getriebe liebäugelt, dürfte sich mit dem neuen CX-7 gut anfreunden können und sich an seine Eigenheiten (Kupplung schleifen lassen, häufig schalten) gewöhnen.



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