Chile - Impressionen aus der Atacama Wüste
der trocknesten Wüste der Welt


Zum Abschluss ~ Chilereise besuchten wir ~ die Atacamawüste, die trockenste der Welt. Wir flogen nach Calama, wurden vom Hostal abgeholt und erlebten einen wunderschönen ersten Tag in San Pedro de Atacama. Im Zentrum des touristischen Wüstendorfes steht eine wunderschöne Kirche Die vielen Läden, Restaurants, meist in nur einstöckigen Indiobauten, wirken exotisch auf uns. Der Wind, der durch die Staubstrassen weht, lässt uns spüren, dass wir weit weg von daheim sind. Gegen Abend nehmen wir an einem Ausflug ins Valle de la Muerte teil. Geradezu unglaublich wirken die vielen Farben der Sandwüste und die Gesteine der verschieden hohen Berge und darüber strahlt ein wolkenloser, kitschig blauer Himmel. Dann fahren wir ins Valle de la Luna, in jene Gegend, in welcher die NASA vor gut 50 Jahren die Mondastronauten auf ihren Einsatz vorbereitete. Der traumhafte Sonnenuntergang der bekannten Sanddüne lässt selbst die vielen Besucher verstummen. Am nächsten Tag machen wir uns in der Früh auf zu den Lagunas altplanicos. Erst fahren wir zum Salar de Atacama, der eine Fläche einnimmt etwa sechsmal so groß wie der Bodensee. Die Salzfläche haben wir uns weißer vorgestellt, aber nach dem Sandsturm des nächsten Tages ist uns klar, dass das Salz hier eine braune Trübung tragen muss. Faszinierend sind hier die vielen Flamingos, die im Brackwasser Algen und Mikroben finden. Imposant ist auch der Vorbeiflug einer ganzen Flamingoschar. Wir bestiegen nun wieder unser Fahrzeug, denn nun geht es aufwärts. Während über 50 Km geht es auf Staubstrassen, ohne großes Kurvenfahren, langsam aber stetig hinauf in den Altiplano. Eigentlich sind wir etwas angespannt, weil wir noch nie über 4000 m hoch gekommen sind. Aber es gibt keine Probleme. Was wir hier auf der letzten Krete auf über 4300 m vor uns haben, verschlägt einem vor lauter Farbenintensität fast die Sprache. Eine knutsch dunkelblaue Laguna Miscanti, davor goldbraun verdorrtes Andengras in Büscheln, dahinter mächtige 5000er. Was uns am meisten überrascht, ist die Tiervielfalt. Neben den erwarteten Flamingos und Vicufias und Guanakos sehen wir Käfer, Mäuse, verschiedene Vögel und zwei Wüstenfüchse. Wir wandern den See entlang zur etwas südlicher gelegenen Laguna Miniques. Das gleiche Bild: Eindrücke, die für immer bleiben. Am dritten Tag machen wir uns auf den Weg zum Paso de Jama und zum Salar de Tara. Der Pass geht auf 4850 m hinauf, ist bis zur argentinischen Grenze super ausgebaut. Wir wundern uns, dass auf dieser Strecke 40 TonnenLastwagen verkehren. Da werden Gebrauchtwagen aus Korea und Japan auf die Märkte Paraguays geschleppt, umgekehrt kommt bolivianisches Gas in Tankwagen via Argentinien nach Chile. Die Strasse geht ziemlich steil hoch, am majestätischen Vulkan Licancabur (5900 m) vorbei, erreichen wir eine erste Hochebene, auf welcher man das sanfte und helle Grün der Laguna Verde in Bolivien gut sehen kann. Wir sehen Bäche, eingerahmt von Salzablagerungen, eine Fläche mit Trockeneis, grüne Seen, Stein- und Sandwüsten, Hügel und Berge in verschiedenen Brauntönen, soweit das Auge reicht. Irgend einmal geht der Fahrer von der Strasse weg, es geht hoch und runter, manchmal fahren wir über eine relativ harte Sandwüste, die Autospuren liegen hunderte von Metern auseinander, aber alle gehen zu den Catedrales, zu Felsformationen, die aussehen, als seien es gotische Säulen, die in den Himmel ragen Wir wandern an ihnen vorbei und kommen zum Salar de Tara, Salzfläche und See zugleich. Die Lamas lassen sich durch uns nicht stören. Der Vulkan im Hintergrund bildet die Grenze zwischen Argentinien, Bolivien und Chile. Unser letzter Tag führt uns zum Geysirfeld EI Tatio. Das heißt früh, um vier Uhr losfahren, denn das größte Geysirfeld der Welt auf 4300 m wirkt im Morgengrauen besonders imposant, wenn die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft und dem heißen Wasser am höchsten sind .Die Strasse muss in der letzten Zeit ausgebaut worden sein, sie ist nicht mehr so mörderisch wie in allen Reisefiihrern beschrieben. Wir erreichen EI Tatio vor Sonnenaufgang bei ca. minus 15 Grad Celsius. Was da aus dem Boden raucht und faucht und "blubbert" und in Fontänen hoch schießt, ist ein echtes Spektakel. Es riecht nach Schwefel und faulen Eiern. Das alles lässt einen die große Kälte fast vergessen. Dass es da noch Leute gibt, die sich in Badehosen ins warme Nass stürzen, geht ja noch, aber danach wieder herauskommen bei der Kälte ... Wir kehren nicht zurück nach San Pedro de Atacama, sondern fahren Richtung Westen auf direktem Weg zurück nach Calama auf einer wenig befahrenen Staubpiste .o. Wir sehen meterhohe Kakteen in der Wüste, es begegnen uns Guanakos. So machen wir noch einen Besuch in Caspana, einem völlig untouristischen Dorf auf 3200m, wo neben Orangen auch hohe Kakteen wachsen..Indiofrauen drehen die Köpfe weg, als wir näher kommen Eine hübsche Adobekirche in der gerade eine Taufe vorbereitet wird, ist wohl das Schmuckstück vom Ort. Über Chiu Chiu mit einer weiteren schönen Adobekirche erreichen wir Calama. Dort nimmt uns ein Bus mit nach Antofagasta ans Meer. An den Namen dieser Stadt erinnere ich mich noch als Bub, weil Antofagasta1962 auch Austragungsort der Fussball- WM in Chile war. Die Wüstenstadt am Meer hat ihre hübschen Ecken. Sie steigt steil an, weil hier die tausend Meter hohe Kordilliere parallel zum Meer steht, die verhindert, dass Nebel und Wolken in die dahinterliegende Atacamawüste kommen. Wenn es in der Atacama ausnahmsweise regnet, dann kommen die Niederschläge von Norden, aus Peru oder Bolivien. Auf der Plaza Colon dem eigentlichen Zentrum, steht die Turmuhr und ein schöner Brunnen neben gepflegten Gartenanlagen, im Hafen tummeln sich Seelöwen die auf die Abfälle vom Fischmarkt warten. Aber am 15. Oktober feiert Chile den "heiligen Sankt Kolumbus", da ist der Fischmarkt geschlossen, es ist zum Gähnen ... Gleich hinter dem Hafen steht ein wunderbar herausgeputzter Bahnhof, schöne alte Bahnwagen stehen an den Gleisen, Dampfloks glänzen in Schönheit, aber nichts geht mehr. - kaum nachvollziehbar. Ein Bahnhof als geschlossenes Museum? Der einzige Zug, der noch fährt, schleppt das in der Atacama gewonnene Kupfer hier in den Hafen von Antofagasta. Kurz nach dem Rückflug in die Hauptstadt sehen wir noch eine Windhose über der Wüstenstadt.

Ein Reisebericht von Marlene und Guido Bericht