"Riesige Shopping-Mails" bei 350 Tagen Sonne im Jahr: "Ski und Rodel gut".



"Do buy" - "Kauf ein". Im Wüstenstaat Dubai können sich Reisende nicht nur sonnen. Riesige Einkaufszentren scheinen auf dem feinen Sand der Stadt ihr natürliches "Biotop" zu finden. Zu den feilgebotenen Waren gehören Luxusgüter jeder Art. Schließlich lebt kaufkräftige Klientel vor Ort. Mit über 60.000 Dollarmillionären - knapp 4,6 Prozent der Bevölkerung - zählt Dubai zu den Regionen mit der weltweit höchsten Dichte an solch wohlhabenden Einwohnern. "Orientalisches Flair genießen". Während das Ambiente in den modernen Geschäftspassagen des Shopping-Mails westlich geprägt ist, lässt sich im Souq, dem klassischen orientalischen Markt, authentisch-arabisches Flair erleben. Exotik für die Nase bieten etwa die schmalen Gassen des Gewürz-Souq, wo Waren aus dem gesamten Orient auf Käufer warten. Der Duft von Safran, Pfeffer und Nelken mischt sich hier mit dem des Weihrauchs und spezieller Räucheressenzen. Ob Süßes aus dem Iran, Cashewnüsse aus Indien oder Datteln aus der heimischen Ernte - gekauft wird erst, wenn es zuvor gekostet wurde. Nur wenige Straßenzüge vom Gewürz-Souq entfernt kann der Besucher dann in einen wahren Goldrausch verfallen, denn auch für das Edelmetall gibt es einen eigenen Markt. Hier glitzern 18-, 22- und 24-karätiges Gold um die Wette. Wertvolle Edelsteine werden in kostbare Fassungen eingesetzt. So manche Kreditkarte beginnt hier rasch zu "glühen". Denn auch Goldschmuck ist vergleichsweise günstig. Es wird fast nur der reine Goldpreis berechnet, die Herstellungskosten fallen kaum ins Gewicht. Zudem können Interessenten sicher sein, echtes Gold in Händen zu halten: Der Staat kontrolliert das Angebot streng. Nicht auf Qualität geprüft sind dagegen die Waren, die dem Touristen im Vorbeigehen angeboten werden: "Watches, Handbags" lauten die magischen, meist nur geflüsterten Worte. In dunklen Seitengassen, Treppenhäusern oder Hinterzimmern werden Plagiate aller möglichen Marken gehandelt. Reisende sollten sich in Acht nehmen: Vielfach können nur wahre Kenner Original und Fälschung voneinander unterscheiden - wenn sich auch am Preis meist schnell erahnen lässt, ob es sich um echte Ware handelt. Wegen der hohen Temperaturen beginnt die Einkaufszeit in der Regel erst kurz vor der Dämmerung und erstreckt sich dann bis weit in den Abend hinein. Am Tag lässt sich derweil das Leben genießen, etwa mit einem Sonnenbad am Jumeirah Beach, der zu den schönsten Stränden in den Vereinigten Arabischen Emiraten zählt. Während der Sommermonate von Juni bis August ist allerdings Vorsicht geboten: Dann nämlich können die Temperaturen auf über 45 Grad Celsius klettern. Selbst das Meer bietet in dieser Zeit mit einer Wassertemperatur von bisweilen über 35 Grad kaum Erfrischung. Wer Abkühlung sucht, findet am Pool eine geeignete Alternative - zumal Dubai mit zahlreichen, gut ausgestatteten Vier- und Fünf-Sterne-Hotels aufwartet - direkt in der Stadt oder am Strand. In den Hotels befinden sich auch die besten Spezialitätenrestaurants der Stadt. Ski Dubai: Wird einmal die Sehnsucht nach Kühle besonders groß, lässt sich auch dieser Wunsch erfüllen. Das Hallen-Ressort "Ski Dubai" bietet Schnee das ganze Jahr über - auf fünf Pisten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, daneben einen Skilift und eine Skischule. Die muss man besuchen, wenn man bisher noch nicht "auf Brettern" gestanden hat. Im angrenzenden, 3.000 Quadratmeter großen "Snow Park" kann der sonnenmüde Urlauber aber auch einfach nur rodeln, Schneebälle werfen oder Schneelandschaften und -höhlen erforschen. Das Treiben in dem prächtigen Glasbau lässt sich auch von außen betrachten - etwa aus einem der Restaurants mit so bezeichnenden Namen wie "Aspen", benannt nach dem Skiparadies in den Vereinigten Staaten. Auch "Ski Dubai" ist übrigens Teil einer Shopping-Mail, der Mail of the Emirates, in der es viele Sportgeschäfte gibt, die winterliche Bekleidung anbieten. Wer der Kälte wieder entrinnen und dennoch das Skilaufen nicht missen will, kann dem Sport auch auf anderem Untergrund frönen: beim Wasserski beispielsweise - oder beim exotischeren Sanddünen-Ski. Bei dieser Variante gleiten Abenteuerlustige in der Wüste Dünen von bis zu 220 Meter Höhe hinab. Achtung, Kurzentschlossene: Für Einkaufstouren in Dubai ist der Februar ideal. Denn dann lockt das "Dubai Shopping Festival" - mit vielen Ermäßigungen und besonders niedrigen Preisen.

Von Edgar J. Herrmann

Was Sie vor der Reise wissen sollten:


Anreise: Die Flugzeit von deutschen Flughäfen nach Dubai beträgt rund sechs Stunden. Flüge sind ab etwa 350 Euro zu haben.

Einreise: Bei der Einreise wird ein Touristenvisum für 60 Tage ausgestellt, sofern der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig ist.

Unterkunft: Da an den Stränden zurzeit viel gebaut wird, empfehlen sich vor allem Stadthotels, zum Beispiel das luxuriöse "Kempinski Mail of the Emirates" in der gleichnamigen Shopping-Mail (Tel. 00971/4/3 41 00 00, Fax 00971/4/ 3 41 23 27, im Internet: www.kempinski.com). Eine Alternative mit spektakulärem Blick über die Stadt ist das "Hilton Dubai Creek" (Tel. 00971/4/ 2 27 11 11, Fax 00971/4/ 2 27 11 31, im Internet: www.hilton.com).

Zoll: Aus Ländern außerhalb der Europäischen Union dürfen nur Waren bis zu einem Wert von maximal 175 Euro zollfrei nach Deutschland eingeführt werden, sofern keine speziellen Regelungen gelten - wie beispielsweise für Alkoholika, Tabakwaren und Parfum.

Informationen: Weitere Hinweise sind im Internet zu bekommen, etwa beim Department of Tourism and Commerce Marketing unter www.dubaitourism.ae (E-Mail: info@dubaitourism.ae).



Foto 1: Der "Burj Al Arab" lockt mit seinen sieben Sternen.

Foto 2: Die Skyline von Dubai ist atemberaubend.



Bilder: Edgar J. Herrmann