Jerusalem:
Die Heilige Stadt fasziniert auf Schritt und Tritt.


Die 3.000-jährige Geschichte der faszinierendsten Stadt der Welt mit ihrer tiefen Religiosität und der orientalischen Pracht macht Jerusalem wirklich einmalig. Tauchen Sie mit mir ein in die Stadt der Gegensätze. Am Damaskustor bei den heiligen Schwestern bezogen wir unser nicht gerade fürstliches Quartier. Ich schloss mich einer Reisegruppe aus dem Rheinland an und erlebte die "Heilige Stadt" aus einer bemerkenswerten Perspektive. Der morgendliche Blick über das Damaskustor in die Altstadt von Jerusalem war beeindruckend. Die Lage des Hauses entschädigte über alle Unzulänglichkeiten hinweg. Welt aus 1001 Nacht: Das Herz Jerusalems schlägt in der Altstadt. Man sieht orthodoxe Juden mit Schläfenlocken, verhüllte muslimische Frauen, Mönche, modern gekleidete junge Leute. jüdische, muslimische, christliche und armenische Viertel drängen sich dicht aneinander. Starten Sie die Erkundung am Jaffa-Tor, einem der sechs Eingänge zum historischen Stadtkern. Ideal für den ersten Überblick: die massive Stadtmauer (geöffnet Sa.-Do. 9-17, Fr. 9-14 Uhr). Wuchtige Kuppeln, spitze Kirchturmdächer, schlanke Minarette - ein Fest fürs Auge. Dann ab ins Gassengewirr und auf den "Suq" - funkelnde Edelsteine, exotische Gewürze, prächtige Stoffe... handeln ist Pflicht! Wenige Schritte entfernt: die Grabeskirche, einer der heiligsten Orte der Christen. Hier wurde Jesus zu Grabe getragen. Zur Klagemauer, dem höchsten Heiligtum der Juden, gehen Sie am besten Freitagnachmittag am Sabbat (jüdisches Wochenende). Unzählige Juden finden sich hier zum Gebet ein. Und mancher steckt Zettel mit Wünschen in die Ritzen der Steinquader, den "Briefkasten Gottes". Goldglänzende Wahrzeichen: Nirgendwo sonst sind die drei Weltreligionen auf so engem Raum vereint wie am Tempelberg. Nach islamischem Glauben trat Mohammed dort seine Himmelsreise an, heute Standort der El-Aqsa-Moschee. Die Juden gedenken Salomon, der den Tempel errichtete, von dem nur die Klagemauer noch steht. Christen erinnern an Jesu, der den Tempel von Geldwechslern reinigte. Außerdem thront hier das Wahrzeichen der Stadt, der Felsendom (54 m), eines der prächtigsten Bauwerke islamischer Architektur und einer der schönsten Kuppelbauten der Welt. Quirliges Treiben: Die "Deutsche Kolonie" südwestlich der Altstadt lockt mit Boutiquen und Cafés. Nahe der Jehuda-Straße, einer quirligen Fußgängerzone, finden Sie eine Oase der Ruhe: das "Ticho-Haus", Gemälde-Museum mit Garten-Idylle. Zum Ausklang? Unbedingt in die orientalische Kellerbar des Hotels "American Colony"! Das himmlische Jerusalem gibt sich hier ganz irdisch. Fazit der Jerusalem-Visite: Nirgends auf der Welt ist man dem Himmel so nah. Tiefe Religiosität, gepaart mit orientalischer Pracht sowie ein Mix mehrerer Religionen finden in Jerusalem ihren Platz. Faszinierend die 3.000 Jahre alte Geschichte, Sehenswürdigkeiten wie das Damaskustor, der Ölberg mit dem Garten Gethsemane, wo Jesus von Judas verraten wurde, das heilige Grab, die Klagemauer und die Altstadt mit ihren engen Gassen sowie der Felsendom - Stationen, die man unbedingt ansteuern sollte.

Von Edgar J. Herrmann

Infos für die Jerusalem-Reise:


Rund 693.000 Einwohner leben in der Hauptstadt Israels, die auf sanften Hügeln thront. Währung: Neuer Israelischer Schekel. Sprache: Hebräisch und Arabisch, alle Straßenschilder sind dreisprachig: Hebräisch, Arabisch, Englisch. Wichtig vor Reiseantritt: Unter www.tel-aviv.diplo.de aktuelle Tipps zur Sicherheitslage abfragen. Flüge (Flughafen Ben Gurion) gibt's ab ca. 200 € (hin & zurück), z.B. Hapagfly, www.hapagfly.com. Übernachtung.1 Ü/F ab ca. 40 € p.P im Hotel "Grand Court", www.grandcourt.co.il. Wiener Flair in der muslimischen Altstadt im Gästehaus "Österreichisches Hospiz", 1 Ü/F 37 € p.P im DZ, www.austrianhospice.com. Super Angebote im Internet: www.inisrael.com (englischsprachig!). Deutschsprachige Reise-Infos: www.goisrael.de



Foto : Das Damaskustor, ein Tor ins christliche und arabische Viertel.

Foto : Die Klagemauer.

Foto : Trügerische Ruhe - Junge Soldaten machen ein Päus'chen.

Foto : Der Felsendom - die Goldene Kuppel ist weithin sichtbar.



Alle Bilder: Edgar J. Herrmann