Kleinode am Greifswalder Bodden


Insider schätzen ein Juwel am Greifswalder Bodden über alles. Da werden sogar bewölke Tage, Regenphasen und Sturmnächte in Kauf genommen. Gemeint ist der 2.000 Einwohner zählende Badeort Lubmin, unweit vor der größten deutschen Insel Rügen gelegen. Und das angrenzende Fischerdorf Freest am Peenestrom. Ausgedehnte Strände, leicht ins Wasser abfallend (sechs Kilometer lang), eine futuristische Steil und Kliffküste, dazu bizarre Kieferwälder lassen Natur pur inhalieren. Gerade diese Atmosphäre, ein maritimes Klima, abgerundet durch eine gesunde Seeluft sind mit ein Garant für totale Entspannung und Erholung. Der kleine Badeort Lubmin präsentiert sich anders als die pompösen Kaiserbäder auf Usedom oder Rügen. Kein Strandkorb-Eldorado und viel naturbelassener Strand sind ein Trumpf für den Familienurlaub (keine überteuerte Gastronomie), dazu genügend private Urlaubsbetten und ein alter Ortsteil mit reedgedeckten Häusern. Wer Trubel mit Diskotheken sucht, ist hier fehl am Platz. Um 24,00 Uhr werden sprichwörtlich die Bürgersteige hochgeklappt. Nur die Jugend trifft sich nicht selten mit Sack und Pack am Strand und zelebriert Feten bis zum Sonnenaufgang. Modernes wird in Lubmin oft mit Verzögerung eingeführt. Da sind drei junge Damen ganz mutig und stürzen sich in die Selbständigkeit. Sie bieten "Wellness und Meer" als ein Lubminer Angebot an. Wellness soll nach ihren Wünschen kein Privileg Besserverdienender sein. Neben der obligatorischen Körper- und Fußmassage wird Reiki, Moxibustion und die Magnetfeld-Therapie von der Physiotherapeutin Claudia Oefele und der Wellness-Trainerin Christine Greiner angeboten. In Zusammenarbeit mit einem Facharzt für Naturheilverfahren und der traditionellen chinesischen Medizin sollen auch Allergien und Asthma ohne Medikamente behandelt werden. Das Trio vervollständigt die anerkannte Nordic Walking Trainerin Andrea Moritz. Sie versucht, Nordic Walking populär zu machen. Ideal sind die äußeren Bedingungen in Lubmin. Weich federnde Waldwege, dazu der Kilometer lange, gewalzte Strand lassen das einst belächelte "Gehen mit Skistöcken" zum ernsthaften Sport werden. Viele Urlauber sind schon auf den Trendsport aufgesprungen und kommen nur wegen dem Nordic Walking nach Lubmin.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband veranstaltete in Lubmin sein erstes Bundestreffen. Mehr als 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren dabei. In der ersten September-Woche wird der 3. Nordic Walking-Tag stattfinden.

Nur 5 Kilometer ostwärts, an der Lubminer Heide, liegt das Fischerdorf Freest mit seinem malerischen Hafen. Von hier fahren die Freester Fischer in den Bodden zum Fischfang. Diese werden zu 50 Prozent täglich geräuchert und zum Verkauf angeboten. Der Rest wandert in die wenigen, aber guten Fischrestaurants. Die über die Grenzen bekannte Räucherei Thurow mit den großen Altonaer Öfen ist ein Muss für jeden Urlauber. Täglich ab 11,00 Uhr gibt es wie am Hafen Frisch-Geräuchertes. Ein wahrer Geheimtipp für viele Urlauber ist die Gaststätte "An der Waterkant". Hinter den großen Kastanien versteckt kochen Ronald und Antje Streech sterneküchenreifen Fisch in allen Variationen und das noch für wenig Geld. Nur Tischreservieren sollte man schon im voraus. Von Freest fahren täglich umgebaute Fischkutter in Richtung der Miniinsel Rüden und der Greifwalde Oie. Ein Besuch in der Heimatstube ist ein Muss. Hier kann man neben alten, typischen Haushaltsgegenständen der Fischer der Landortschaft auch die originalen Fischerteppiche bewundern. Am Ortseingang von Freest liegt der Camping- und Caravanparkplatz "Waldcamp". Dieses idyllische Plätzchen ist ideal zum Erholen. Dieser Platz ist naturbelassen, liegt direkt am Naturschutzgebiet "Peenemündung" und bietet dazu allen nötigen Komfort.

Von Edgar J. Herrmann