Patagonien gigantische Gletscher

Patagoniens wilde Landschaft am Ende der Welt


Einmalig - Patagoniens wilde Landschaft Das Paradies am südlichen Ende Amerikas hat einen vielschichtigen Charakter: raue, tierreiche Küsten, die bizarren Andengipfel im Torres del Paine Nationalpark, gigantische Gletscher und weitläufige Ebenen machen dieses Land zu einem wundervollen Naturerlebnis und zu einem Traumziel eines jeden Naturfotografen. Die beste Reisezeit für einen Patagonienaufenthalt ist der Sommer von Dezember bis März mit relativ milden Temperaturen und langen Tagen. Trotzdem kann das Wetter sehr wechselhaft sein, da das Inlandeis immer wieder für Wolkennachschub sorgt. Mit starkem, orkanartigem Wind und Kälteeinbrüchen ist in Patagonien immer zu rechnen. Torres del Paine Nationalpark Der Nationalpark Torres del Paine wurde 1959 unter Naturschutz gestellt und 1978 von der Unesco zum "Biosphären-Reservat" ernannt. Am Eingang entrichtet man eine Eintrittsgebühr von 12 Euro pro Person, der Aufenthalt ist zeitlich unbegrenzt. Im Nationalpark gibt es nur wenige Übernachtungsmöglichkeiten. Das Hotel Explora und die vier Hosterias sind allerdings recht teuer, und in der Hochsaison ist nicht immer ein freier Platz garantiert. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, bringt Schlafsack, Zelt und Campingausrüstung mit. Es gibt mehrere sehr schön gelegene Campingplätze. Einer davon ist am Lago Pehoe, von dem man einen fantastischen Blick auf den gleichnamigen See und auf die schwarz-grauen Gipfel der Zwillingshörner, die Cuernos del Paine, hat. Von hier aus kann man auf gut ausgebauten Schotterstraßen den Park recht gut erkunden. Er bietet eine Fülle von faszinierenden Fotomöglichkeiten: grandiose Gletscher, treibende Eisberge auf dem Lago Grey, vom Wind gekrümmte Südbuchen, das leuchtend türkisblaue Wasser des Lago Pehoe, welches einen reizvollen Kontrast zu der farbenfrohen Vegetation der Umgebung und der zum Teil noch schneebedeckten Bergriesen bietet. Absoluter Höhepunkt Im Nationalpark befinden sich ebenfalls sehr gut ausgeschilderte Wanderwege zu lohnenden Zielen, die allerdings meist mit einer Übernachtung im Zelt verbunden sind. Ein absoluter Höhepunkt, allerdings nur bei gutem Wetter zu empfehlen, ist die Wanderung zu dem Aussichtspunkt "Torres del Paine". Die von Wind, Kälte und Regen modellierten drei Granittürme, die bis 2850 m in den Himmel ragen, sind einer der spektakulärsten Felsformationen im Paine-Massiv. Wenn die Wolken die Gipfel freigeben und die ersten Sonnenstrahlen am Morgen die Berge in ein rotes Licht tauchen, offenbaren sie ihre überwältigende Schönheit. der Torres del Paine Park bietet nicht nur eine unerschöpfliche Vielfalt an Motiven für die Landschaftsfotografie, sondern lässt auch Tierfotografen auf ihre Kosten kommen. Tierwelt im Park Die im Park lebende Tierwelt ist beachtlich. Manche Tierarten wie den Puma sieht man nur, wenn eine gehörige Portion Geduld mitgebracht wird. Die Guanakos dagegen sind in beträchtlicher Zahl im Park verbreitet. Bereits am Nationalparkeingang am Lago Sarmiento stehen die ersten Tiere ein paar Meter von der Schotterpiste entfernt und lassen sich durch uns in keinster Weise stören. Guanakos, die wilden Kamele Südamerikas, leben in großen Gruppen, wobei die Guanakoweibchen mit ihren Jungen kleinere Einheiten und die Hengste Junggesellenclubs bilden. Der Torres del Paine Nationalpark bietet hervorragende Möglichkeiten zum Fotografieren von Guanakos. Die Fluchtdistanz ist recht gering, so dass man am besten die Objektivbrennweiten nach gestalterischen Gesichtspunkten auswählt. Der Torres del Paine Nationalpark ist in jeder Hinsicht ein absoluter Höhepunkt. Er gehört mit Sicherheit zu einem der schönsten Nationalparks, den wir auf unseren bisherigen Reisen besucht haben und stellt für uns ein unvergessliches Erlebnis in weitgehend unberührter Natur dar. Das Fitzroy-Massiv Die Strecke vom Torres del Paine Nationalpark zum in Argentinien gelegenen Mount Fitzroy nimmt gut einen Tag in Anspruch. Der Mount Fitzroy, benannt nach dem Kapitän von Darwins Forschungsschiff, ist zwar mit seinen 3375 Metern nicht der höchste Berg in Argentinien, aber einer der schroffsten Erhebungen und für Bergsteiger aus der ganzen Welt eine Herausforderung. Bevor man den kleinen, aufstrebenden Ort El Chalten am Fuße des Fitzroys erreicht, sieht man schon in der Ferne die spitzen Zacken aus der Ebene aufragen. Von hier aus begannen wir unsere Wanderung zum Mount Fitzroy. Wer dieses Gebirge erleben will, muss es erwandern. Mit Camping- und Fotoausrüstung auf dem Rücken führte der Pfad anfangs durch Südbuchenwälder steil bergauf. Der weitere Verlauf erforderte keine große Kondition, und wir erreichten nach 5 Sunden das Campamento Poincenot am Fuße des Fitzroys. Aber wie so oft auf unserer Reise durch Patagonien änderte sich das Wetter schlagartig, und die Spitzen des Fitzroy-Massives lagen unter einer dichten Wolkendecke. Zum Ausgleich umgab am nächsten Morgen ein sternenklarer Himmel die wildgezackten Felswände, die herrlich im Morgenlicht erglühten. Halbinsel Valdez Berühmt für ihre Tierwelt ist die unwirkliche Küste Patagoniens. Große Kolonien von Magellan-Pinguin en, Mähnenrobben und See-Elefanten bevölkern vor allem die Halbinsel Valdez. Von Mai bis Dezember kann man dort Glattwale beobachten und zwischen März und Mai jagen zahlreiche Orcas vor der Küste nach Seelöwen. Die wichtigsten Aussichtspunkte sind bei Puerto Piramides, Punta Delgada und Punta Norte. Von Besucherplattformen aus erhält man einen Einblick in die Mähnenrobben- und See-Elefantenkolonien. Allerdings ist von diesen erhöhten Standpunkten das Fotografieren sehr eingeschränkt. Hinzu kommt, dass ein großer Teil des Küstenabschnittes nur mit Genehmigung betreten werden darf. Die verbleibenden Möglichkeiten zum Fotografieren sind daher gering. Die Halbinsel wird von kleinen Hügeln, Tafelland und Salzebenen geprägt. Niedriges Buschwerk beherrscht die Vegetation. Die Guanakos, Nandus, Maras (patagonische Pampashasen) sind recht scheu. Dagegen sind die Pampasfüchse und Gürteltiere an den Menschen gewöhnt, da sie oft auf Parkplätzen anzutreffen sind. Etwa 200 km südlich von Valdez befindet sich eine der größten unter Schutz gestellten Kolonie n von Magellan-Pinguinen, die Punta Tombo. Sie ist recht populär, und es herrscht täglich ein großer Besucherandrang. Weiter südlich liegt der weniger besuchte kleine Fischerort Camarones mit dem angrenzenden Schutzgebiet Cabo Dos Bahias. Von Ende September bis Februar versammeln sich hier ebenfalls eine große Anzahl Magellan-Pinguine. Man darf sich auf markierten Pfaden in der Kolonie bewegen. Trotz der Absperrungen bieten sich viele Möglichkeiten, das Verhalten der kleinen Magellan-Pinguine zu fotografieren. Ihre Höhlen befinden sich oft unmittelbar direkt neben dem Weg. Sie sind neugierig und keineswegs menschenscheu. Wir verließen kurz vor Einbruch der Dunkelheit die Kolonie und genossen in Camarones in unserem Hotel "Kai I Keu Kenk" ein köstliches Fischgericht.

Von Edgar J. Herrmann

Der Tipp


Die südlichste Stadt in Chile, Punta Arenas an der Magellanstraße, bietet den besten Ausgangspunkt für eine Fotoreise durch Patagoniens Süden. Von Santiago de Chile Der Tipp fliegen mehre Fluggesellschaften, wie zum Beispiel LAN Chile und Ladeco, Punta Arenas. Hier befinden sich auch die meisten Autovermietstationen wie Avis, Hertz und lokale Anbieter. Allerdings ist es sicherer, von Deutschland aus ein Fahrzeug zu reservieren, da es in der Hochsaison bei den Vermietstationen in Punta Arenas oft zu Engpässen kommen kann. Die Tagesmiete für einen PKW ist nicht billig und kostet circa 75 - 100 Euro pro Tag. Leider befinden sich diese teuren Fahrzeuge nicht immer im besten Zustand. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass man einen Wagen mit viel Bodenfreiheit mietet, da die Straßen in Patagonien teilweise sehr schlecht sind. Um unterwegs keine bösen Überraschungen zu erleben, ist es wichtig, zwei Ersatzreifen vom Vermieter zur Verfügung stellen zu lassen.



Foto : Auf der Halbinsel Valdez sind Pinguine zu Hause.



Bild: Edgar J. Herrmann