Südafrika ist eine Reise wert


"Die ganze Welt in einem Land" - mit diesem Werbeslogan versucht das Südafrikanische Fremdenverkehrsbüro ausländische Touristen ins Land zu locken. Südafrika bietet neben Wüsten, Gebirgsketten, Wäldern und Weinbergen auch tropische Sträucher, eben das ganze Naturspektrum. Reisebüros vermelden zweistellige Zuwachsraten für Südafrika. Nach der politischen Apartheid der wichtigste Devisenbringer. Das "Regenbogenvolk", so taufte Präsident Mandela das bunte Neben- und Miteinander der Südafrikaner. Zulus, Xhosa, Holländer, Briten, Inder und Chinesen machen die Mischung. Sozialer Zündstoff: Südafrika ist auch Licht und Schatten. Soziale Kontraste wie arm und reich prallen oft krass aufeinander. Hier endlose Grünanlagen, Golfplätze und glitzernde Shopcentren für eine überwiegend weiße Minderheit, nebenan armselige Wellblechhütten, zusammengedrängt auf wenige Quadratkilometer ohne Wasser und Strom. Gute Ansätze, ein neues, gerechtes Südafrika aller Afrikaner zu schaffen, sind zu erkennen. Der Weg scheint steinig und lang. Neben den gewaltigen Bodenschätzen ist die Freundlichkeit Kapital im Land am Kap. Wer Südafrika bereisen will, muss Zeit mitbringen. Wer riesige Wasserfälle und wilde Tiere liebt, Hochhäuser und einsame Berge, morgens am Indischen Ozean und mittags am Atlantik baden möchte und Großstädte besuchen will, der ist an der Südspitze der Welt richtig. In Südafrika ist das ganze Jahr über Saison. Auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten "spiegelverkehrt" gegenüber in Europa. Natur pur: Siebzehn Nationalparks sind über das ganze Land verteilt. Der bekannteste und größte ist der Krüger Nationalpark. Neben dem Tierreichtum ist das tropische Klima der ideale Nährboden für eine einmalige Flora. Holländische Einwanderer schufen den heute noch sichtbaren, holländischen Baustil. Strohgedeckte, strahlendweiß gekalkte Häuser sind in Kapstadt, Stellenbosch, Paarl oder Sellendan heute noch zu bewundern. Die Briten importierten den viktorianischen Stil zum Kap. In Oudtshoorn, Imberly und Pretoria zum Beispiel sind noch viele Häuser mit typischen schmiedeeisernen Gittern und weißen Holzbalkonen erhalten. Kontrast liefern eindrucksvoll kunstvolle Rundhütten der schwarzen Bevölkerung in den ländlichen Gebieten. Vor den Großstädtern siedeln sich immer mehr Flüchtlinge an. Sie wohnen in Wellblechhütten und hoffen auf eine Anstellung vor den Toren der Stadt - bei 50 % Arbeitslosigkeit kein leichtes Vorhaben. Essen und Trinken: Eine einheitliche südafrikanische Küche gibt es nicht. Europäer brachten ihre Eßgewohnheiten mit ins Land. Insbesondere zum Wochenende ist Südafrika das größte "Grill-Land der Erde" Saftige Steaks (Braatvleis), Grillfleisch und die grollte Boerewors (Burenwurst) bruzzeln auf jeder Feuerstelle. Freunde von Fisch und Meeresfrüchten kommen an der Küste auf ihre Kosten. Briten haben das englische Breakfast eingeführt, die Inder Currygerichte und die schwarze Bevölkerung liebt ihren Millipap - einen pappigen Maisbrei. Urlaub aktiv: Wer Südafrika sportlich aktiv erleben möchten, kommt voll auf seine Kosten. Golf ist ein "Volkssport", allerdings sind fast nur Weiße auf den Plätzen anzutreffen. Anders schon beim Wassersport. An der 3 000 km langen Küste tummeln sich neben Wellenreitern und Seglern die Surfer. Im Norden liegt die Wassertemperatur das ganze Jahr über bei 24 Grad. Über 400 markierte Wanderwege lassen Naturfreunden das Herz höher schlagen. Einfache und teure Hotels, Pensionen und Jugendherbergen gibt es in fast allen Orten. Südafrika ist am besten mit dem Flugzeug zu erreichen. Etwa 20 Flughäfen werden täglich angeflogen. Wer sich vor Ort einen Mietwagen leiht, sollte nicht den Linksverkehr vergessen.

Von Edgar J. Herrmann



Foto 1: In Stammeskleidung wird auf Touristen gewartet.

Foto 2: In den Nationalparks trifft man viele seltene Tiere.

Foto 3: Der Tafelberg - ein Muss auf dem Touristenfahrplan.

Foto 4: Der weltbekannte Cape - Point ein typisches Fotomotiv.



Alle Bilder: Edgar J. Herrmann