Malta - La Valletta: Die bunte Insel im Mittelmeer.


Genau weiß man nicht, woher Malta seinen Namen hat. Eventuell kommt Malta von Mel oder Melita. Das bedeutet Honig und würde ein maltesisches Phänomen erklären. Überall wächst wilder Thymian und diesen verwenden die Einwohner, um leckeren Honig herzustellen. Im Lauf der Jahre wollten sich verschiedene Völker die Insel unter den Nagel reißen. Araber, Römer und Osmanen sahen in der kleinen Insel im Mittelmeer ein erstklassiges Schätzchen mit besten strategischen Möglichkeiten. Außerdem begeisterte die Insel schon damals mit einem wunderschönen Stilmix. Über den arabischen Bastionen erheben sich gewaltige Kuppeln. Neo-Gotik flirtet mit dem Stil der Mauren. So bunt wie der Stilmix ist auch die Farbe der Insel. Die Malteser lieben es farbenfroh und so erstrahlen Fischerboote, Balkone und Fensterläden in den verschiedensten Farben. Die Inseln der Republik Malta liegen im Zentralbereich des Mittelmeeres. 93 Kilometer südlich von Sizilien und 288 Kilometer östlich von Tunesien. Der Archipel besteht aus drei bewohnten Inseln: Malta, Gozo und Corrino. Malta ist die größte Insel mit 246 km, die breiteste Stelle misst 14,5 Kilometer, die längste 27. Gozo ist 67,5 km groß - und Comino gerade einmal 2,5 km. Die Inseln verfügen weder über Flüsse oder Seen noch über Gebirge Die meisten der 315.000 Bewohner leben im dicht besiedelten Valletta und rund um die beiden Häfen "Grand Harbour" und "Marsamxett" zu beiden Seiten der Hauptstadt. Die offizielle Landessprache ist "Malti", eine Sprache seminitischen Ursprungs, die auf die Phönizier zurückgeht. Fast jeder auf Malta spricht Englisch. Deutsch ist bei der jüngeren Generation auf dem Vormarsch und wird heute bereits als Wahlfach an weiter führenden Schulen angeboten. Sehenswürdigkeiten: Obere Barracca Gärten - Das unbedingte Muss für jeden Val!etta-Besucher! Wer den Blick vom einstigen Privatgarten der Ritter auf den Großen Naturhafen und die gegenüber liegenden drei Städte Vittoriosa, Senglea und Cospicua erstmals erlebt, hält unvermittelt den Atem an - versprochen! Auberge de Castille, Léon de Portugal: Jeder Ritterorden hatte seine eigene "Auberqe" als Domizil. Der ehemalige Palast der spanischen und portugiesischen Ritter gilt als die schönste und beeindruckendste aller "Herbergen". Nationalmuseum für Archäologie: In 1574 von den französischen Rittern aus der Provence erbauten Gebäude befindet sich heute ein hervorragendes Museum, das der archäologischen Geschichte Maltas gewidmet ist. Die Ausstellungsstücke reichen von frühen neolithischen Relikten bis zu römischen Funden. Außerdem gibt es zahllose Beispiele antiker Töpferkunst sowie Münzen zu sehen. St. John's Co-Kathedrale: Zwischen 1573 und 1577 erbaut und dem Schutzheiligen der Ritter gewidmet, hatte diese Kirche durch Papst Pius Vll. 1816 den Status einer Neben-Kathedrale. Die Hauptkathedrale Maltas ist die von Mdina. Außen ist St. John's von eher mächtiger Erscheinung, innen ausgesprochen farbenfroh und luxuriös, dank der handwerklichen Kunst des Italieners Mattia Preti. Es herrscht ein wahrer Überfluss an Fresken und Kunstwerken - darunter das unlängst restaurierte riesige Meisterwerk Caravaggios: "Die Enthauptung von Johannes dem Täufer". Großmeisterpalast: Dieser riesige Palast wurde 1580 fertig gestellt und ist heute Sitz des Präsidenten und des Parlaments. Erfreulicherweise sind einige Teile des Gebäudes für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Wandteppich-Kammer birgt eine einmalige Sammlung von Gobelins und im Waffenlager befindet sich eine phantastische Kollektion alter Waffen und Rüstungen. Nationalmuseum der Schönen Künste: Hierbei handelt es sich um einen weiteren prächtigen Palast aus dem 18. Jahrhundert, einst die offizielle Residenz des britischen Marinekommandanten, heute Ausstellungsstätte für Werke von Tintoretto; Reni, Carpacio und vieler anderer, ausländischer und maltesischer Künstler. St. Paul's Shipwreck-Kirche: Auch diese Kirche verfügt über einen kunstvoll ausgeschmückten Innenraum. Die wunderschönen Deckenfresken von Attillo Palombi stellen Szenen aus dem Leben des Apostel Paulus dar. Viele goldene und silberne Artefakte sowie eine vergoldete Holzskulptur des Heiligen aus dem Jahre 1657 sind zu bewundern. Die drei Städte: Nicht umsonst werden diese drei Städte (Cospicua, Senglea und Vittoriosa) ihrer Szenerie wegen auch das "Venedig von Malta" genannt. Die bunt bemalten Ruderboote (Dghajsas) ähneln tatsächlich ein wenig den venezianischen Gondeln, und die alten Paläste, Originalherbergen der Ritter und mittelalterlichen Gebäude direkt am Wasser verstärken noch den Eindruck. Als besondere Sehenswürdigkeiten gelten die St. Lawrence Kirche sowie das Maritim-Museum in Vittoriosa. Gozo: ca. alle 45 Minuten verkehren Autofähren zwischen Malta und Gozo. Die Nachbarinsel gilt vielen Besuchern als der Inbegriff des mediterranen Lebens, da sich diese kleine Insel im Gegensatz zum manchmal recht hektischen Malta den ruhigen Lebensrhytmus alter Tage bewahrt hat. Die gut erhaltenen Megalith-Tempel von "Ggantija" datieren zurück auf das Jahr 4000 v. Ch. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Handwerksdorf "Ta'Dbiegi", das archäologische Museum und das Folkloremuseum, sowie die Kathedrale in der gozitanischen Hauptstadt Victoria. Marsalforn und Ramla Bay haben die auf der Insel ansonsten recht seltenen Sandstrände zu bieten. Essen & Trinken: Obwohl die meisten Gerichte den italienischen Einfluss auf die maltesische Küche nicht verleugnen können, haben die Speisen dank der Verwendung loka!er Kräuter, frischen Gemüse und Fischs doch ihren eigenen maltesischen Charakter. Die meisten Restaurants bieten eine gute Auswahl an internationalen Weinen an. Maltesisches Bier (Cisk Lager und Farson's Strong Ale) ist sehr bekömmlich und sauber gebraut. Kinnie, nahezu ein Nationalgetränk ist eine alkoholfreie Limonade aus Bitterorangen und Kräutern, die sehr gut schmeckt und gerade an heißen Tagen ungemein erfrischt.

Von Edgar J. Herrmann